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18.12.2025 10:00 - Uhr

Still sein und zuhören!

Am Abend des 17. Jänner 2026 verwandelte die Bruck Zuck Musi den Konzertsaal des Emailwerks in Seekirchen in einen Ort der feinen akustischen Poesie. Unter dem programmatischen Titel “Gedankenspiel” entführten die sieben jungen Musiker*innen ihr Publikum auf eine akustische Expedition in die Regionen Tradition, Interpretation und kreativem Neuland – ganz im Geist der historischen Entwicklung der Volksmusik.

Das abwechslungsreiche Programm mit Stücken wie „Möderndorfer Sommervalsen“, „Walzer für’n Hansi“, „Intermezzo“, „Vielleicht waars gescheida“, „Du & i für di & mi“ und dem titelgebenden „Gedankenspiel“ zeigte bezaubernde Lesarten von volksmusikalisch anmutenden Richtungen, mit jedoch völlig eigenständiger Stilistik. Man hörte also immer etwas Neues, zugleich schienen die Stücke unter sich verbunden zu sein.  Besonders eindrucksvoll war, wie die Gruppe traditionelle Melodie- und Rhythmusmuster mit frischen Arrangements verknüpfte – mal tänzerisch beschwingt, mal melancholisch und kontemplativ. Die Kombination aus Klarinetten, Steirischer Harmonika, Harfe, Basstrompete und Kontrabass erzeugte Klänge, die gleichzeitig fest in der alpenländischen Volksmusik verwurzelt und doch überraschend modern wirkten.

Die Stimmung im Saal war vom ersten Lied an fühlbar aufmerksam und respektvoll. Das vom Ensemble eingeforderte Applausverbot zwischen den Stücken entwickelte sich mit der Zeit zu einem feinen Band aus Konzentration und Zusammengehörigkeit zwischen Künstlern und Publikum, obwohl man sich als Zuhörer - die bekommenen Geschenke nicht erwidernd - oftmals als undankbar empfand. Besonders die feinfühligen und oft lyrischen Passagen vermochten die Zuhörer*innen in ihren Bann zu ziehen, sodass man stellenweise fast eine gespannte Ruhe – ein kollektives „Nachdenken“ – im Raum spüren konnte, wiederum eher rhythmischere Teile wieder zum Lächeln und Mitwippen einluden. Diese Wechselwirkung zwischen konzentrierter Stille und lebhafter Energie war der emotionale Wirkkreis des Programms.

Die Interpretation der Stücke zeichnete sich durch eine gelungene Balance aus technischem Können und kreativem Ausdruck aus. Die meisten Titel, egal ob instrumental oder vokal vorgebracht, vermittelten eine überraschend intime Atmosphäre, ohne sich je in Kitsch zu verlieren. 

Bruck Zuck Musi hat mit ihrem Konzert „Gedankenspiel“ ein Programm präsentiert, das über die traditionelle Volksmusik-Darstellung hinaus einen Abend voller Nuancen und Geschichten bot, der sowohl für Kennerinnen des Genres als auch für Neuentdeckerinnen ein bereicherndes Erlebnis darstellte. Ein Denk- und Hörspiel – ganz im Sinne seines Titels.

(mw)